bio

Aufgewachsen mit Bach und Beatles lernte der 1972 in Tübingen geborene Florian Dohrmann zuerst Klavier. Er übte fleißig und träumte davon, klassischer Pianist zu werden. Doch dann entdeckte Dohrmann am Ende seiner Schulzeit den Jazz und den Kontrabass und emanzipierte sich musikalisch vom Elternhaus. Dieser Weg führte ihn zum Studium der Jazz- und Popularmusik an die Stuttgarter Musikhochschule. In dieser Zeit gründete er die Gruppe „Modern Walkin’“ mit, in der er als Kontrabassist und Komponist schon erste erfolgreiche Schritte in die internationale Musikszene tat.

1998, am Ende des Studiums, lernte Florian Dohrmann den Klarinettisten David Orlowsky kennen. Aus dieser Begegnung zweier musikalischer Welten heraus entwickelte sich eine jahrzehntelang währende, sich ergänzende Partnerschaft. Die sensible Kombination aus klassischem Klangideal einerseits und Jazz-Rhythmik andererseits auf der Grundlage des Klezmer, der Folklore der aschkenasischen Juden, machte und macht den außergewöhnlichen Reiz des von ihnen gegründeten „David Orlowsky Trios“ aus.

Das Trio wurde im Lauf der Jahre so erfolgreich, dass es 2008, nun mit dem kongenialen Jens-Uwe Popp an der Gitarre, für die CD „Noema“ (ihr Debüt bei Sony classical) einen ECHO-Klassik in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ erhielt.
Doch nicht nur als Kontrabassist, auch als Komponist trug Florian Dohrmann sehr zum besonderen Stil des Trios bei, den die Gruppe als „chamber.world.music“ bezeichnet. Dabei hört man Dohrmanns Kompositionen oft die Jazz-Wurzeln an: Stücke wie „Taxi Bucuresti“ oder „Waits Dance“ sind rhythmisch komplex und mitreißend.
Dohrmann „(…) entwickelt, vermutlich dank seiner Jazzvergangenheit, einen direkteren Groove, der manchen Zuschauern dermaßen in die Beine fährt, dass sie zu tanzen beginnen. Ob in agilen Läufen oder in druckvollen Noten, stets kultiviert der Kontrabassist einen warmen, tragenden Ton.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.06.2017)
Der renommierte Verlag Schott/Advance Music wurde auf die Arbeit des Trios aufmerksam und veröffentlichte 2009 das passende Notenbuch zu „Noema“, welches auch Dohrmanns Kompositionen enthält.

2009 und 2011 folgten weitere Aufnahmen für Sony classical, „Nessiah“ und „Chronos“. Zu diesen wurden von Schott /Advance Music ebenfalls die begleitenden Notenbücher veröffentlicht.
2013 spielte das „Orlowsky Trio“ mit der Kammerakademie Potsdam Orchester-Arrangements eigener Kompositionen ein (Symphonic Klezmer, ebenfalls erschienen bei Sony classical). Für die Aufnahme “Klezmer Kings – a tribute to Naftule Brandwein und Dave Tarras “ von 2014 (Sony classical) erhielt das Ensemble 2015 seinen zweiten „Echo ohne Grenzen“.

Viele namhafte deutsche Festivals und Konzerthäuser, wie das Schleswig-Holstein Musikfestival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Rheingau Musikfestival oder die Ludwigsburger Festspiele luden und laden das Trio regelmäßig ein.
Der Radius vergrößerte sich und brachte das Trio in den vergangenen Jahren u. a. in das Concertgebouw in Amsterdam, ins Salzburger Mozarteum, in die New Yorker Carnegie Hall, nach Süd-Korea oder auch in die Ukraine. Unter anderem von letzterem Auftrittsort inspiriert, erschien 2017 das jüngste Album „Paris – Odessa“.
Neben dem Trio engagierte sich Florian Dohrmann in vielen unterschiedlichen Projekten und Produktionen. Dabei blieb er stets seinen musikalischen Wurzeln, dem Jazz, verbunden. Unter eigenem Namen veröffentlichte er die CD „Medium Dry“, eine Reminiszenz an den Cool und Westcoast Jazz. Mit dem Entertainer Roland Baisch entstand das „Count Baischy Orchester“ auf den Spuren einer deutschen Sinatra-Version und das Programm „Countryboy“, an Johnny Cash erinnernd.

Auch die musikalische Begegnung verschiedener Kulturen blieb Dohrmanns Thema und fand 2013 eine weitere Ausdrucksmöglichkeit in der Gründung von „Kallaton“. Die Gruppe um die beiden Sängerinnen Laura Ryhänen und Katalin Horvath verschmilzt finnische und ungarische Musik und erinnert an die alte Verwandtschaft der beiden Völker.

2017 gründete Florian Dohrmann das Band-Projekt „Blank Page“ (Frank Wekenmann – Gitarre, Joachim Staudt – Saxophon, Lars Binder – Schlagzeug). Die Idee der „leeren Seite“ ist die unvoreingenommene Betrachtung und Verarbeitung klassischer Komponisten auf der Grundlage eines Jazz-Quartetts. Anlässlich des 100. Todesjahres Claude Debussys 2018 heißt das erste Programm „New impressions of Debussy“.